Welche Nadel für welchen Stoff?

Du hast dein Nähprojekt im Kopf, die Nähmaschine steht und die Stoffe liegen bereit, du kennst dein Schnittmuster, dein Fuß tippt schon vorfreudig in Richtung Nähmaschinen-Pedal und du würdest am liebsten direkt beginnen – wenn da nicht noch eine entscheidende Frage wäre:

Welche Nadel ist für dein Projekt die Richtige? Und: kann man nicht einfach für alle Stoffe die gleiche Nähmaschinennadel verwenden?

Liebe Nähfreunde und Stoffliebhaberinnen, die Antwort lautet klar und deutlich: Nein, definitiv nicht!:

Für unterschiedliche Stoffe und Stoffdicken brauchst du auch unterschiedliche Nähmaschinennadeln.

Für jeden Stoff die passende Nadel

Die unterschiedlichen Nadeltypen unterscheiden sich in ihrer Stärke, Form und Spitzenform voneinander. Für ein sauberes Stichbild, um den Anforderungen deines Stoffes gerecht zu werden und um dein Material nicht zu beschädigen, ist es wichtig, dass du in deiner Maschine die Nadel verwendest, die zu deinem Stoff passt.

Wie du die passende Nadel findest, welche Universalnadel in deinem Sortiment nicht fehlen darf und weitere Tipps zum Thema Nähmaschinennadeln und ihrer Verwendung findest du in diesem Beitrag.

nadeln zum nähen

Warum die Nutzung der richtigen Nähnadel wichtig ist

Ich gebe es zu: das Angebot an Nähmaschinennadeln ist gigantisch und gleicht der unendlich wirkenden Auswahl an Knöpfen und Perlen, vor der wir wohl alle schon, mehr oder weniger überfordert, standen.

Es gibt Nadeln in unterschiedlichen Varianten, gekennzeichnet mit Nummern, Buchstaben, Farben und verschiedenen Stärken je nach Verwendung.  Für dein erfolgreiches Nähprojekt und Nähte, die sich sehen lassen können, brauchst du also die zu deinen Stoffen passende Nadel – eine Nadel für Baumwolle unterscheidet sich von einer für Leder, eine zum Sticken von einer Universalnadel.

Eine falsch gewählte Nadel kann beim Nähen brechen, unsaubere Nähte verursachen oder sogar deinen Stoff beschädigen, zu einem Loch oder zu Laufmaschen führen.

Welche Nähmaschinennadeln und Nadelarten gibt es?

Um die richtige Nähmaschinennadel für dein Stoffprojekt zu finden, gebe ich dir einmal einen Überblick darüber, welche Nadelsysteme es gibt und was die einzelnen Angaben, die Zahlen und Buchstaben auf deiner Nadel-Packung bedeuten.

Die Nadelsysteme 130/705 H und 287 WH

Es gibt zwei Nadelsysteme mit denen nahezu jede Maschine arbeitet. Der geläufigste Nadeltyp beim Nähen mit der Maschine ist 130/705 H. Dies sind sogenannte Flachkolbennadeln, deren Nadelkolben, also das obere Ende der Nadel, an der Rückseite abgeflacht ist. Für neuere Maschinen benötigst du meist Nadeln dieser Art.

Das zweite Nadelsystem, das ebenfalls häufig bei Maschinen von Hobbynähern und Näherinnen zum Einsatz kommt, ist mit der Systemnummer 287 WH gekennzeichnet. Diese Nähmaschinennadeln sind Rundkolbennadeln, bei denen, wie der Name bereits erkennen lässt, der Nadelkolben rund ist.

Welche Nähmaschinennadel du für deine Maschine benötigst, kannst du der Bedienungsanleitung deiner Nähmaschine entnehmen. Schauen wir uns nun einmal an, was die Angaben auf den unterschiedlichen Nadeltypen genau bedeuten.

Was bedeuten die Buchstaben?

Vielleicht hast du dich auch schon einmal gefragt, was die Buchstaben auf den Nadeln, beziehungsweise ihren Nadelpackungen, bedeuten. Je nach Hersteller gibt es hier leicht abweichende Varianten, im Grunde gelten aber die folgenden Bedeutungen:

  • H = Hohlenkehlform Nadel
  • E = Sticknadel
  •  J = Jeans
  • M = Microtex
  • Q = Quilt-Steppnadel
  • S = Stretch
  • LL = Leder
  • SUK = Mittlere Kugelspitze (Stretch / Jersey)
  • ZWI = Zwillingsnadel
  • DRI = Drillingsnadel
  • MET = für Metalicgarn
  • WING = Flügelnadel für Hohlsaumstich
  • SPR = Federnadel

Ein kleiner Tipp am Rande: Speichere dir diese Seite oder meine Website gerne ab, dann hast du die Inhalte und diese Übersicht immer schnell griffbereit! 🙂

Welche Nadelstärke?

Nähmaschinennadeln gibt es in unterschiedlichen Stärken, je nachdem wie dick, fest oder fein deine Stoffe oder das Material deiner Nähprojekte ist, solltest du mit einer unterschiedlichen Nadelstärke arbeiten. Hierfür gibt es einen Grundsatz:

Je dünner der Stoff ist, den du nähen möchtest, desto geringer sollte auch die Nadelstärke sein. 

Die Nadelstärke wird auf der Packung als Zahlenkombination angegeben. Die Zahl gibt den Durchmesser der Nadel in 1/100mm oberhalb der Hohlkehle an. Zusätzlich zu dieser metrischen Nummer wird häufig noch die alte Nadelstärke nach amerikanischem Maß angegeben. 

Wenn beispielsweise auf einer Verpackung „90-14“ steht, ist die metrische Nadelstärke 90. Es handelt sich also um eine 90er Nadel, deren Stärke 0,9mm entspricht. Die Zahl 14 zeigt die alte amerikanische Nadelstärke an, über die wir uns aber keine weiteren Gedanken machen müssen.

Welche Nähmaschinennadel für welchen Stoff?

Kommen wir nun zu der Frage der Fragen – zur Wahl für die richtige Nadel für deinen Stoff und dein Projekt. Welche Nadel die Richtige zur Verarbeitung deines Stoffs ist, kannst du, wie du oben gesehen hast, durch die Infos der Buchstaben und der Nadelstärken bestimmen.

Ich stelle dir hier die wichtigsten Nadeltypen für die gängigsten Stoffe einmal vor:

Welche Nadel für Baumwolle und Baumwollstoff?

Beginnen wir einmal mit der Universalnadel, beziehungsweise der Standardnadel, schlechthin, die sich wunderbar für die Verarbeitung von Baumwolle in deiner Nähmaschine eignet und als Basisausrüstung in allen Haushalten mit Nähmaschinen vorhanden sein sollte.

Die Universalnadel 130-705 H, mit einer Stärke von 60 bis 90, eignet sich für feste und nicht dehnbare Stoffe, wie Baumwolle, Leinen, dünne Jeansstoffe und Popeline. Durch ihre leicht abgerundete Spitze dringt sie gut in diese Gewebearten ein.

Je höher die Nadelstärke ist, desto festere Stoffe kannst du verarbeiten. Eine Stärke von 90 beispielsweise ist passend, wenn du mit einem Mantelstoff nähen möchtest.

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  • Geeignet für folgende Stoffe/Materialien: Materialverarbeitung von dünn bis dick (auch...
  • Einsetzbar auf jeder gängigen Haushaltsnäh- und –stickmaschine (z. B. von Bernina,...

Welche Nadel für Jersey?

Für Jerseystoffe eignet sich die Jerseynadel 130-705 SUK. Ihre Nadelspitze ist stark abgerundet, wodurch die Stofffasern des Jerseystoffes beim Einstechen nicht durchstochen, sondern nur verdrängt werden. Somit besteht keine Gefahr, dass man diesen leichten Stoff beschädigt oder dass Laufmaschen entstehen. 

Für Jerseystoffe mit einem hohen Elasthananteil empfehle ich dir eine Stretchnadel zu verwenden, da diese dehnbare Stoffe noch etwas schonender vernäht, als die klassische Jerseynadel.

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  • Geeignet für folgende Stoffe/Materialien: Jersey, Tüll, Baumwollstrickstoff,...
  • Einsetzbar auf jeder gängigen Haushaltsnähmaschine (z.B. von Bernina, Pfaff, Elna,...
  • Farbmarkierung von SCHMETZ: Nadel ist auch ohne Verpackung eindeutig zu erkennen. | obere...

Welche Nadel für Kunstleder und Outdoor Stoff?

Für die Verarbeitung von Kunstleder in Nähmaschinen greifst du am Besten zu einer Microtexnadel 130-705 M. Diese kannst du außerdem auch für Seide, Mikrofasergewebe wie zum Beispiel Softshell oder beschichtete Stoffe verwenden. Die Nadelspitze der Microtexnadel ist besonders fein, wodurch sie gut durch zarte und dichte Materialien sticht, ohne diese zu demolieren.

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  • Geeignet für folgende Stoffe/Materialien: sehr feine oder dicht gewebte Materialien wie...
  • Einsetzbar auf gängigen Haushaltsnähmaschinen (z. B. von Bernina, Pfaff, Elna, Brother,...
  • Farbmarkierung von SCHMETZ: Nadel ist auch ohne Verpackung eindeutig zu erkennen. | obere...

Welche Nadel für Leder?

Auch für die Verarbeitung für Leder gibt es eine spezielle Nadel. Die Ledernadel 130-705 LL hat eine speziell geschliffene Dreikantnadel, die feine Stiche durch das Leder sticht.

Einmal gestochen, bleiben Stiche im Leder bestehen und lassen sich beim Auftrennen nicht wegziehen. Beim Nähen von Leder solltest du also besonders konzentriert arbeiten und gründlich nähen, um Fehler und Auftrennen zu vermeiden.

Übrigens: die Ledernadel bitte auf keinen Fall für andere Stoffe verwenden, da sie durch ihre sehr spitze Nadel Gewebe zertrennt und somit Löcher verursachen kann! 

SCHMETZ Nähmaschinennadeln | 5 Leder-Nadeln LL | 130/705 H LL | Nadeldicke 110/18 | auf...*
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  • Geeignet für folgende Stoffe/Materialien: Leder, hartes Kunstleder (Bei weichem...
  • Einsetzbar auf jeder gängigen Haushaltsnähmaschine (z.B. von Bernina, Pfaff, Elna,...
  • Farbmarkierung von SCHMETZ: Nadel ist auch ohne Verpackung eindeutig zu erkennen | obere...

Überblick über weitere Nadeln  für deine Nähmaschine

Neben diesen geläufigen Nadeln, habe ich noch ein paar weitere Nadel-Tipps für dich in petto: Arbeitest du gerne mit Jeans? Dann gibt es hierfür extra die Jeansnadel 130-705 H-J, die mit ihrer Spitze besonders gut durch festen Stoff sticht und Unter- sowie Oberfaden ohne Fehler zu einer wunderbaren Naht verarbeitet.

Eine Metallic Nadel kann sehr nützlich sein, wenn du dekoratives Metallic-Garn verarbeiten möchtest. Eine Topstitch Nadel hat ein besonders langes Nadelöhr und eignet sich somit sehr gut, um Verzierungen anzunähen oder dein Nähwerk durch Abstepparbeiten mit mehreren Fäden abzurunden.

Für elastische Stoffe, wie beispielsweise Latex, Lycra oder auch Jersey mit einem sehr hohen Elasthananteil gibt es, wie bereits erwähnt, die Stretchnadel 130-705 H-S, die alle dehnbaren Stoffe ohne Problem vernäht. Eine Öhrschlitz Nadel empfehle ich dir, wenn du etwas aus gewebten Stoffen arbeiten möchtest.

Schmetz Nadeln

Ich weiß, dass viele meiner Leser und Nähfreundinnen gerne mit Schmetz Nadeln nähen, daher gehe ich an dieser Stelle kurz gesondert auf diesen Hersteller ein, denn Schmetz Nadeln haben eine Besonderheit: sie sind durch farbliche Markierungen gekennzeichnet.

Die Nadeln haben meist zwei Farbringe: der erste Farbring gibt Auskunft über den Nadeltyp, also die Buchstaben-Angabe, und der zweite Farbring zeigt uns die Nadelstärke an. 

So hat eine Jeansnadel (Stärke 75/11) beispielsweise einen blauen und einen rosafarbenen Ring, eine Jerseynadel (Stärke 70/10) einen organgenen und einen grünen und eine Ledernadel (Stärke 80/12) einen braunen und orangefarbenen.

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  • Einsetzbar auf jeder gängigen Haushaltsnähmaschine (z.B. von Bernina, Pfaff, Elna,...
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  • Farbmarkierung von SCHMETZ: obere Farbmarkierung bei der Universal-Nadel nicht vorhanden,...
  • Boxeninhalt: 10 Universal-Nadeln für Nähmaschinen der Marke SCHMETZ mit Flachkolben und...

Die Lebensdauer einer Nadel

Als grobe Orientierung gilt: eine Nadel sollte nach 4 bis 6 Nähstunden ausgetauscht werden, da sie dann stumpf ist. Und Nein, meine Lieben, mit einer stumpfen Nadel solltet ihr auf keine Fall weiter nähen, denn diese kann dazu führen, dass ihr euren Stoff zerstört, dass Stiche ausgelassen werden oder dass das Stichbild nicht mehr einheitlich ist. Und so etwas wollen wir auf jeden Fall vermeiden, oder?

Weitere Nadeln

Neben Nähmaschinennadeln, die natürlich die Hauptrolle bei jeder Näharbeit spielen, gibt es auch noch eine Reihe von anderen Nadeln, die beim Nähen sehr hilfreich sein können:

Perlennadel

Diese Nadel ist sehr lang und besonders fein und ist einfach großartig , wenn man Perlen oder Pailletten annähen möchte! Ich sage es euch: Wer einmal versucht hat mit einer ganz gewöhnlichen Nadel eine Handvoll Perlen an seinem Oberteil zu befestigen und sämtliche Wörter aus dem persönlichen Fluchrepertoir benutzt hat, der wird diese Nadel lieben!

Stopfnadel

Eine Stopfnadel ist lang und dick und ist toll, um Wolle, dickeres Stoffgarn oder mehrere Stofflagen auf einmal zu verarbeiten. Auch wenn die Wenigsten von uns heutzutage noch Socken stopfen, kann so eine Stopfnadel trotzdem sehr nützlich sein.

Durchziehnadel

Die Durchziehnadel hat ein besonders großes Öhr und eine Verdickung an ihrer Spitze. Sie ist eine gute Hilfe zum Durchziehen von Kordeln und Gummibändern oder von grundsätzlich dickerem Garn.

Stecknadeln

Und natürlich nicht zu vergessen: Stecknadeln. Diese kleinen sehr nützlichen und freundlichen Helfer gibt es ebenfalls in unterschiedlichen Varianten, in verschiedenen Stärken, Längen und Typen und ja, sie sind unverzichtbar zum Zusammenhalten von unserem Stoff, damit dieser während des Nähens nicht verrutscht. 

Um nur eine kleine Auswahl zu nennen: es gibt Haushaltsstecknadeln, Quiltnadeln, Perlkopfnadeln, extrafeine Nadeln und zuletzt Sicherheitsnadeln. 

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Auf die Nadel, fertig, los!

So vielseitig, wie die unterschiedlichen Nadeln sind, so vielseitig sind damit einhergehend auch die Möglichkeiten für stoffliche Verwirklichungen und das optimale Verarbeiten von deinem individuellen Stoff. 

Ich weiß, die Infos über Nadeltypen und verschiedene Nähmaschinennadeln sind umfangreich und im ersten Moment vielleicht verwirrend – aber glaube mir, es lohnt sich der Nadel-Wahl ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Und spätestens wenn deine Nadel sanft durch deinen Stoff gleitet und du das perfekte Stichbild vor dir hast, wirst du dir selbst dafür dankbar sein! 🙂

Verrate mir gerne von deinem nächsten Nähprojekt, erzähle mir aus deinem Nähkästchen, schreibe einen Kommentar oder eine E Mail– ich freue mich von dir zu lesen!

Alles Liebe und bis bald, Micha