Nähen ohne Nähmaschine: So klappt´s auch ohne

Ja, es ist möglich, wenn auch ein wenig mühsamer: Nähen ohne Nähmaschine. Meine Lieben, ich bin ehrlich – egal ob Anfänger oder nicht, ich denke mehr Menschen, jeder Nähfreund und jede Stoffliebhaberin, sollte es beherrschen. Wer mit einer Nähmaschine umgeht, der sollte auch wissen, wie man per Hand Nadel und Faden bedient und Nähte anfertigt.

Nähen ist ein Handwerk und zumindest die Basics solltet ihr auch in Handarbeit bewerkstelligen können. Stellt euch einmal vor eure Maschine ist kaputt und ihr müsst dringend etwas zusammennähen oder Nähte reparieren? Tatsächlich gibt es auch Näharbeiten, die man schlicht und ergreifend mit einer Nähmaschine nicht nähen kann.

Welches Szenario dir jetzt auch immer in den Sinn kommt: in diesem Beitrag findest du eine Anleitung über verschiedene Sticharten und die Näh-Tipps, die jede Näherinnen und jeder Hobby-Näher kennen und beherrschen sollte und die über bloßes Knopf-Annähen hinaus gehen.

nähkreide nähen ohne nähmaschine

Wie näht man ohne Nähmaschine?

Genau wie beim Nähen mit Nähmaschine brauchst du zum Nähen ohne Nähmaschine erst einmal Nadeln und Faden, ein Stück Stoff, Stecknadeln, ein Maßband, eine Schere, eventuell Papier und deine Schnitt-Vorlage.

Die Nähnadel wählst du passend zu deinem Nähstoff aus, hierbei gilt: je feiner dein Material, dein Stoff ist, desto feiner sollte auch deine Nadel sein. Anders als bei Nähmaschinen Nadeln hast du noch die Wahl zwischen unterschiedlichen Nadellängen.

Eine längere Nadel ist handlicher als eine kurze. Du solltest die Nadellänge aber an deine gewünschte Stichlänge anpassen. Je kürzere Stiche du machen möchtest, desto kürzer sollte also deine Nähnadel sein.

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Wie näht man mit Nadel und Faden?

Der erste Schritt ist identisch zum Nähmaschinen Nähen: Du legst deine Stoffe so hin, wie du diese vernähen möchtest und steckst sie mit Stecknadeln und Klammern fest, so dass sie nicht verrutschen können.

Dann fädelst du deinen Nähfaden auf die Nadel. Am Nahtanfang machst du am besten ein paar Stiche und befestigst den Faden mit einem Knoten, damit er beim weiteren Nähen nicht rausrutscht. Am Nahtende vernähst du den Nähfaden mit einigen Rückstichen, damit er festsitzt. 

6 unterschiedliche Sticharten, die du gut von Hand nähen kannst

Ich habe dir nun einmal 6 unterschiedliche Sticharten zusammen gefasst, die du gut von Hand nähen kannst und die früher oder später bestimmt einmal sehr nützlich sein werden:

Heftstich

Der Heftstich wird häufig genäht, um Stoffe vorübergehend aneinander zu fixieren. Gerade wenn du mit deiner Nähmaschine komplizierte Arbeiten nähst, kann dies hilfreich sein, damit die Stoffe nicht verrutschen können. Wenn du mit deiner Näharbeit fertig bist, kannst du den Heftstich ohne Problem wieder auftrennen.

Beim Heftstich stichst du den Nähfaden durch den Stoff, ähnlich wie sich eine Raupe durch ein Blatt frisst. Du stichst von oben ein, führst den Nähfaden etwa 0,8cm an der Unterseite entlang und stichst dann wieder nach oben und in gleichem Abstand wieder nach unten, so dass die Naht im Endeffekt wie eine gestrichelte Linie aussieht. Fadenaufsicht und Lücke sollten dabei immer in etwa gleich groß sein.

Rückstich / Steppstich

Der Rückstich ergibt eine Naht, die wie eine gerade Linie aussieht. Per Hand wird diese Naht mit einem Faden von rechts nach links genäht. Man beginnt auf der linken Seite des Stoffes, an der man erst den Nähfaden vernäht und ihn dann zur rechten Seite sticht.

Anschließend geht man die gewünschte Stichlänge zurück und sticht wieder auf die linke Seite des Stoffes. Wenn du nun wieder auf die rechte Seite stichst, nimm einen Abstand von der doppelten Stichlänge. Führe die Nadel wieder zurück zum vorherigen Ende des Einstiches und stich sie durch das Einstichloch auf die linke Seite.

nadelkissen

Blindstich

Dieser Stich hat seinen Namen daher, dass er auf der rechten Seite des Stoffes gar nicht oder nur minimal zu sehen ist, er eignet sich wunderbar für eine saubere Saumkante. Genäht wird wieder von rechts nach links.

Am einfachsten ist diese Arbeit, wenn du die Nahtzugabe an deinem Saum vorab gerade bügelst. Steche dann mit deiner Nähnadel und deinem Nähfaden abwechselnd durch den Stoff und in die Versäuberungsnaht deines Saumes.

Dabei solltest du nicht ganz durch den Stoff hindurchstechen, sondern nur 1-2 Gewebefäden erwischen. Bitte den Nähfaden nich zu fest ziehen, da sich hierdurch der Stoff verziehen könnte. Mehr Infos zum Blindstich gibt es hier.

Hexenstich / Kreuzstich

Der Hexenstich sieht aus, als hätte man eine Reihe Kreuze nebeneinander gemalt. Er eignet sich wunderbar um dickere Stoffe zusammen zu nähen.

Stich von der linken auf die rechte Seite, führe dann deine Nähnadel diagonal nach rechts unten und stich sie hier ein. Führe dein Garn dann diagonal nach rechts oben und steche waagerecht von rechts nach links.

Anschließend wiederholst du das Ganze auf links: führe das Nähgarn von links oben diagonal nach rechts unten und achte darauf, dass der Einstich auf der gleichen Höhe ist, wie der darüber liegende Einstich. In dem du den Nähfaden so abwechselnd durch die Seiten stichst, entsteht Kreuzchen für Kreuzchen.

Festonstich / Schlingstich

Der Festonstich ist optimal für das Versäubern von Nahtzugaben und wird häufig als Stickstich für Ränder verwendet. Alle diejenigen von euch, die einen kleinen Nähkurs in der Grundschule hatten, erinnern sich bestimmt an diesen Stich 😉 Am besten verwendest du dickes, stabiles Garn. Gearbeitet wird wieder links nach rechts.

Stich deine Nähnadel an deinem Anfangspunkt von der linken Seite zur rechten. Stich dann von links oben diagonal nach rechts unten auf die linke Seite und achte darauf, dass der Nähfaden locker bleibt und sich eine Schlinge bildet.

Anschließend stichst du von unten parallel nach oben auf die Höhe deines ersten Stiches und führst den Faden auf die rechte Stoffseite, während du ihn von unten nach oben durch die vorher entstandene Schlaufe ziehst. Ziehe anschließend den Nähfaden nach oben hin vorsichtig fest. Je nachdem, wie deine Naht aussehen soll, kannst du die Länge und den Abstand nach deinem Belieben bestimmen.

Kettenstich

Der Kettenstich ähnelt optisch einer Kette und wird überwiegend für Verzierungen und Umrandungen genäht. Es gibt einige unterschiedliche Varianten und Zwecke dieses Stichs, ich stelle dir die häufigste vor:

Stich deine Nähnadel von links nach rechts durch deinen Nähstoff und führe deine Nähnadel dann dicht neben deinem ersten Einstichloch von oben nach unten durch. Lasse den Nähfaden locker, so dass eine Schlaufe entsteht.

Stich dann, innerhalb der Schlaufe, von unten auf die rechte Seite des Stoffes. Ziehe den Nähfaden der ersten Schlaufe vorsichtig zu. Dann stichst du wieder knapp neben dem Einstich ein, so dass die nächste Schlaufe entsteht.

Und ruckizucki hast du eine wunderschöne Naht, die an eine Kette erinnert und besonders auf Kleidung toll aussieht.

nähen ohne maschine

Wie schaffe ich es gerade zu nähen?

Gerade zu nähen ist mit Hand etwas schwieriger als mit der Maschine. Orientiere dich an einer geraden Linie, zum Beispiel am Rand deines Stoffes.

Mit Stoffkreide kannst du eine Linie auf deinem Stoff einzeichnen, an der du entlang nähst. Solltest du von links nähen, kannst du auch mit einem Stift eine gerade Linie einzeichnen, die man später nicht mehr sehen wird.

Neben diesen Tipps rate ich dir deine Stoffe immer festzustecken, damit sie beim Vernähen an ihrem Platz bleiben und in keine Richtung verrutschen.

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Nähprojekte zum Nähen ohne Nähmaschine

Hier habe ich drei Ideen, die du wunderbar in Handarbeit und ohne Maschine selber nähen kannst.

Tasche aus Baumwolle

Eine Tasche kann man immer gebrauchen. Hast du vielleicht noch Stoffreste? Diese kannst du wunderbar verwerten und daraus diese Tasche zaubern. Die Träger und Nähte kannst du farbig absetzen und somit eine schlichte Tasche zu einem Hingucker machen!

Hier gibt´s eine gute Anleitung

Turnbeutel aus Baumwolle

Auch der Turnbeutel lässt sich super von Hand nähen, er ist ein tolles Geschenk für ein Kind und wunderbar im Einsatz für Einkäufe oder als schlanke Alternative zu einem Rucksack.

Turnbeutel Nähen Anleitung

Rock

Dieser Mini Rock wird aus einer alten Wolldecke gefertigt – ein super DIY Projekt und eine tolle Upcycling-Idee! Du kannst natürlich auch andere Stoffe für den Rock verwenden, wenn du ihn sommerlicher haben möchtest.

In die Hände, fertig, los!

Nun kann der Spaß losgehen – denn ja, auch ohne Maschine ist Nähen großartig. Ob du nun ganze Kleidungsstücke nähen, die Ränder einer Hose mit ein paar Stichen verzieren, ein Shirt aufpimpen oder Accessoires an Klamotten annähen möchtest – auch mit deinen Händen kannst du ohne Probleme ein tolles Ergebnis und Näharbeiten zaubern, die sich sehen lassen können.

Also, lass die Nähmaschine ruhig mal weg und starte ein DIY Nähprojekt mit bloßen Händen. Auch für Kinder ist es toll, wenn sie mit Nadel und Fäden Dinge erschaffen können – also nur Mut! 🙂 Ganz viel Freude dabei, Micha